Wo platziere ich die Kamera für selbst gemachte Videos?

Es ist wunderbar zu sehen, wie viele Menschen zurzeit über ihren Schatten springen und sich endlich vor die laufende Kamera trauen! Ein Video ermöglicht dir deine Inhalte authentisch zu vermitteln und durch das bewegte Bild lernen dich deine Zuseher besser kennen und bauen schneller Vertrauen zu dir auf.

Das bewegte Bild ist also eine tolle Idee dich zu präsentieren. Doch genauso wie bei selbst gemachten Fotos musst du dir bewusst werden, welche Wirkung die verschiedenen Kamerapositionen auf deine Zuseher haben. Egal ob mit dem Handy oder der Laptopkamera, entscheidend ist den Abstand, die Position und den Winkel der Kamera optimal zu wählen. Lass uns also deine Kamera vernünftig einrichten.

Die erste und zentrale Frage lautet…

Was möchtest du in deinem Video zeigen?

Ein Video ist grundsätzlich schnell gemacht, verliert aber extrem an Wirkung, wenn du dir nicht im Vorfeld den Videoaufbau überlegst. Wenn du also nicht vorhast, ein Video aus verschiedenen Aufnahmen zu schneiden, muss die Grundeinstellung für alle inhaltlichen Elemente gleichermaßen passen.

Frage dich also:

  • Möchte ich nur etwas erzählen – das heißt der Fokus liegt allein auf dir
  • Will ich in dem Video auch etwas zeigen (Flipchart, Gegenstände, Geräte oder Abläufe) – dann ist auch der Hintergrund/die Umgebung von Bedeutung

Der Abstand zur Kamera

Wähle nun den Abstand zwischen dir und der Kamera entsprechend deinem Inhalt. Durch diesen Abstand legst du sozusagen den Bildausschnitt fest. Zeigst du in deinem Video nicht nur dich, sondern auch eine Handlung oder benutzt Gegenstände in Raum, wählst du den Abstand so, dass alle Elemente im Bild Platz finden.

Für die Umsetzung gibt es zwei schnelle Möglichkeiten, die beide ihre Vor- und Nachteile haben.

  1. Das Hochformatvideo mit dem Smartphone zeigt automatisch mehr von deinem Körper, beschränkt aber die Möglichkeiten mit zusätzlichen Bildelementen an den Seiten zu arbeiten. Dieses Format eignet sich ausgezeichnet, um den Fokus auf dich und das Erzählte zu lenken. Du hast genug Raum für Gestik, die in Videos gerne ein wenig ausgeprägter sein darf, um dem Zuseher deine Botschaft zu verdeutlichen. Wähle dieses Format für Instagram und Facebook Stories.
  2. Im Querformat (z.B.: mit der Laptopkamera) zu filmen ist die zweite gängige Methode. Bei Nahaufnahmen beschränkst du hier automatisch den Ausschnitt deines Körpers und gewinnst dafür an den Seiten Raum für zusätzliche Bildelemente wie Grafiken, deine Nähmaschine oder um einfach mehr von deinem Home-Office herzuzeigen. Je weiter du den Abstand zwischen dir und der Kamera vergrößerst, desto kleiner erscheinst du auf dem Bild und kleine Gesten oder Teile der Mimik werden nicht mehr deutlich übermittelt. Wähle den Abstand also entsprechend deiner inhaltlichen Prioritäten.

Sitzen oder Stehen?

Frage dich außerdem, ob du lieber stehen oder sitzen möchtest? Das verändert den Bildausschnitt ebenfalls maßgeblich und wirkt sich im nächsten Schritt auch auf die Position der Kamera aus.

Im Sitzen ist deine Körpersprache reduzierter als im Stehen, da du meist weniger Platz hast zu gestikulieren und eventuell deine Beine unter dem Schreibtisch versteckt sind. Im Stehen ist die Körpersprache natürlicher und deine Haltung aufrechter, da du nicht Gefahr läufst in deinem Sessel oder am Tisch zu lümmeln.

Hinweis: Mit steigender Entfernung zur Kamera, nimmt auch die Tonqualität ab. Mach zu Beginn ein kurzes Testvideo und entscheide dann, ob du besser mit einem externen Mikro arbeiten solltest. Die gibt es in vielen verschiedenen Formen zu recht günstigen Preisen. Manchmal reichen auch schon die Kopfhörer des Handys aus.

Die Position der Kamera

Als nächstes wählst du die passende Höhe, in der die Kamera platziert werden soll aus.

Die Kamera am Laptop ist meist fix verbaut. Doch der Laptop selbst lässt sich nicht nur überall mit hinnehmen, er lässt sich auch an jeden beliebigen Ort mit größerer Auflagefläche hinstellen. Abhängig von deiner Entscheidung bezüglich der Entfernung der Kamera zu dir, suchst du dir zunächst einen geeigneten Platz für dich, dann für deinen Laptop und zu guter Letzt den passenden Unterbau, um die Kamera (des Laptops oder Handys) in der Höhe deines Gesichts zu positionieren.

Begegne deinem Zuseher auf Augenhöhe

Die Position auf Gesichtshöhe bewirkt, dass kein unnötiger Raum über deinem Kopf im Bild ist und dafür genügend Raum für deine Gestik und gezeigten Handlungen bleibt.

Außerdem verstärkt es das Gefühl beim Zuseher, dass sie/er dir gegenüber steht oder sitzt und mit dir „auf Augenhöhe“ kommunizieren kann.

Dieser Teil der Vorbereitungen kann ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. Oft fällt es nicht so leicht, den geeigneten Ort für die Videoaufnahmen zu finden. Eine Faustregel lautet: je neutraler der Hintergrund, desto besser. Die wahre Herausforderung liegt nun aber darin den Laptop im benötigten Abstand, in der passenden Höhe aufzustellen. Dafür musst du kreativ werden!

Mit dem Smartphone und einem Stativ ist dieser Punkt leichter abzuhaken. Achte aber darauf die Kamera und nicht das Display auf Höhe deines Gesichts zu positionieren.

Der Kamerawinkel

Jetzt kommen wir zum Kern dieses Artikels und du wirst gleich bemerken, warum ich dir bis jetzt alles so ausführlich erklärt habe.

Die meisten überspringen die ersten beiden Punkte (Abstand und Position der Kamera) fast vollständig. Gerade wenn sie „nur“ sich selbst zeigen wollen und keine Gegenstände mit ins Bild nehmen, biegen sie sich (so wie auf dem Bild) ihre Laptopkamera Kamera einfach so hin, dass der Kopf im Bild ist und los geht’s.

Doch der Winkel der Kamera ist entscheidend, wie du auf dem Video rüberkommst!

Je nachdem, ob du dadurch deinen Zuseher zum Zwerg oder zum Riesen machst, veränderst du die Sicht auf dich und deine Inhalte.

Stell dir dazu einfach vor, dein Gegenüber hätte seine Augen auf deiner Kamerahöhe. Wie fühlt sich diese Person?

Betrachtest du sie von oben herab, fühlt sich die Person klein und unwichtig. Du wirkst dadurch dominant und unnahbar. Außerdem siehst du so von unten auch nicht sonderlich vorteilhaft aus. Das passiert meist bei Videos mit der Laptopkamera und in vielen Online Meetings.

Beim Filmen mit dem Smartphone passiert oft das Gegenteil. Die meisten filmen aus der Hand und halten das Handy schräg über sich. Das macht bei Selfies zwar ein schlankes Gesicht, lässt dich aber auch klein und harmlos erscheinen. Deine Kompetenz wird leichter angezweifelt und deine Botschaft schlimmstenfalls nicht so ernst genommen.

Die ideale Neigung deiner Kamera ist demnach ein 90 Grad Winkel zum Boden, je nach Bildausschnitt etwas weniger.

Dafür brauchst du keine Wasserwaage – denn wenn du Abstand und Position der Kamera nach den aufgezählten Kriterien eingerichtet hast, dann stellst du ganz automatisch den richtigen Winkel ein. Um mehr von deinem Körper zu zeigen, kannst du die Kamera leicht nach unten neigen.

… und vergiss nicht auf das Licht!

Vergiss bei all den Vorbereitungen nicht genügend Licht in deinen Aufnahmeraum zu lassen. Die Deckenlampe ist für die Kamera meist zu schwach und macht dir unschöne Panda-Augenringe. Nutze das Licht des Fensters um dich von vorne oder zumindest von der Seite zu belichten und vermeide starkes Licht von hinten.

Ich wünsche dir viel Spaß bei der Umsetzung!

Wenn du Feedback zu deinen Videos haben möchtest, werde Mitglied in der Facebook Gruppe Dein authentischer Auftritt und lass dich von einer Gruppe gleich gesinnter UnternehmerInnen beraten und motivieren.

Alles Liebe,
Konstanze