Feedback geben und einholen

Die Selbstreflexion ist eine Form der Betrachtung, die sich mit unseren persönlichen Verhalten und der Wirkung unserer Person auf andere (Gefühle, Ansichten, Motivationen, Wahrnehmungen etc.) befasst. Die Selbstreflexion ist ein wesentliches Merkmal der Persönlichkeitsbildung.

Zwar ist es durchaus üblich, dass sich jeder Mensch Gedanken über sich selbst macht, dennoch die Analyse oft halbherzig oder einseitig. Selbstreflexion ist die Fähigkeit, das eigene Verhalten möglichst objektiv wahrnehmen und analysieren zu können, um daraus die eigene Position der Welt und anderen Menschen besser wahrzunehmen.

Selbstreflexion muss erst erlernt werden.

Eine Form der Selbstbetrachtung können wir erlernen, indem wir uns gedanklich neben uns selbst zu stellen und uns selbst wie eine andere Person beobachten. Das fällt sicher nicht leicht, aber es ist erlernbar. Solange alles läuft „wie geschmiert“ besteht oft keine Bereitschaft zur Selbstreflexion.

Mehr über uns zu wissen, an unseren inneren Überzeugungen zu arbeiten, das emotionale Verständnis für verschiedene Blickwinkel zu vergrößern, uns in andere Personen hineinzuversetzen, unsere Rolle bewusst zu reflektieren hat oft keine Priorität. Es geschieht meist unerwartet, dass Veränderungen Verunsicherung auslösen.

Dann sind wir gefordert, darauf zu reagieren. Etwa bei der Übernahme neuer Aufgaben oder aber auch bei Konflikten mit KollegInnen. Wissen, Fähigkeiten, Methoden und Fertigkeiten einzusetzen, ist eine Form auf Veränderungen zu reagieren. Die gleichzeitige Entwicklung unserer Persönlichkeit ist die andere.

Der Prozess der Selbstreflexion ist darauf angelegt, vorgeprägte Gedanken- oder Handlungsmuster zu hinterfragen, Zugang zu den eigenen Energieressourcen zu erschließen und möglicherweise ganz neue Handlungsoptionen ins Bewusstsein zu rücken, die das Verhalten und die Kommunikation prägen.

Die Beantwortung einiger Fragen kann helfen, den Prozess der Selbstreflexion zu strukturieren:

  • Wie nehmen mich andere Personen wahr?
  • Was sind meine Ziele?
  • Worauf bin ich stolz?
  • Was fällt mir schwer?

Die Bereitschaft zur Selbstreflexion erhöht die Chance zur Flexibilität von Denk- und Handlungsmustern.

Damit ergibt sich die Chance, nicht nur in schwierigen Situationen für alle Beteiligten gute Wege zu finden, und diese auch zu gehen. Hilfreich kann es auch sein, sich Unterstützung durch eine Vertrauensperson zu holen, um die Reflexionskompetenz auszubauen.

Eine wesentlich sensiblere, aber weitaus effektivere Methode, Selbstreflexion zu betreiben, ist das Einholen von Feedback. Feedback ist eine persönliche Nachricht an einen Mitmenschen.

In Zeiten, in denen wir unsicher sind und nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzen, quälen uns Fragen wie “Wie wirke ich auf andere“? Doch wir haben Angst vor den Antworten, die wir bekommen könnten, wenn wir nachfragen.

Dabei gibt es verschiedene Regeln, die unbedingt beachtet werden sollten:

  • Feedback soll beschreibend sein. Indem man moralische Bewertungen unterlässt, vermindert man im anderen den Drang, sich zu verteidigen und die angebotenen Informationen abzulehnen. Feedback soll nicht bewerten, interpretieren oder Motive suchen.
  • Feedback kann zerstörend wirken, wenn man dabei nur auf die eigenen Bedürfnisse achtet und die Bedürfnisse der anderen Person, der man diese Information geben will, nicht genügend berücksichtigt.
  • Das Feedback muss sich auf Verhaltensweisen oder Umstände beziehen, die der Empfänger/die Empfängerin ändern kann.
  • Feedback ist dann am wirksamsten, wenn der Empfänger/die Empfängerin selbst die Frage formuliert hat. Es soll auf keinen Fall aufgezwungen werden.
  • Feedback ist am effektivsten, je kürzer die Zeit zwischen dem betreffenden Verhalten und dem Feedback ist.
  • Durch Rückfragen kann man überprüfen, ob das Feedback klar und verständlich war.

Um zu erfahren, wie wir in einem bestimmten Punkt, einer bestimmten Situation, gewirkt haben, fragen wir am Besten in unserem Umfeld nach. „Wie habe ich – eurer Meinung nach -– auf die Gruppe gewirkt?“ Es gibt verschiedene Formen von Feedback, die eine gewisse Vorgehensweise verlangen, um konstruktiv genutzt werden zu können.

Feedback einholen

Das Feedback, welches uns andere geben, bleibt am besten so im Raum stehen. Wir verteidigen uns und rechtfertigen uns nicht. Denn unser Gegenüber hat uns so, wie er es erzählt, wahrgenommen – daran können wir nichts ändern. Die Außenwirkung unserer Person ist eben nicht immer die gleiche wie unsere persönliche Ansicht. Zum Abschluss bedankt man sich für das Feedback und geht auseinander. Diese Form ermöglicht es uns, gezielt Menschen auszusuchen, die uns Feedback geben sollen. Diese Form ist manchmal sehr heikel, weil uns vielleicht Menschen ein Feedback geben wollen, von denen wir es nicht hören wollen. Darin liegt aber gerade der Wert dieses Feedbacks. Eventuell bringt es uns in unserer Entwicklung wesentlich weiter, wenn uns eher ferner stehende, oder unsympathische Menschen einmal ehrlich unsere Wirkung auf sie mitteilen – anstatt diese Meinung von uns nahe stehenden zu hören, die uns möglicherweise nur das sagen, was wir hören wollen.

Genauso wie sich Kommunikation nicht nur auf die Ebene des gesprochenen Wortes reduziert, kann man Kommunikation auch nicht auf die Ebene der Weitergabe von Sachinformation reduzieren.

Die drei Kommunikationsebenen:

  • Sachebene: Inhalte, „objektive“ Informationen und Argumente
  • Gefühlsebene: Eigene Erfahrungen, Gefühle, Assoziationen
  • Beziehungsebene: Möglichkeit der Selbsterfahrung, konkrete Zusammenarbeit

Feedback geben

Eine weitere Variante ist es, jemandem ein Feedback zu geben, obwohl er/sie nicht aktiv darum gebeten hat. Natürlich muss unser Gegenüber damit einverstanden sein, etwas über sich zu hören. Man sollte sich auch nur auf konkrete Einzelheiten und auf die momentane Situation beziehen. Es sollte so bald als möglich erfolgen. Moralische Bewertung und Interpretationen sind tabu. Man sollte nur beschreiben, was man beobachtet, wie man es empfindet und was man sich dabei denkt. Keine Informationen oder Verbesserungsvorschläge aufzwingen. Offen und ehrlich zu sein, ist dennoch wichtig.

Eine Nachricht kann daher folgende 4 Aspekte beinhalten:

  • Sachaspekt: Klare und verständliche Mitteilung
  • Beziehungsaspekt: Diese Mitteilung  bringt zum Ausdruck, was ich von der Person halte
  • Selbstoffenbarungsaspekt: Einblick in die Persönlichkeit des Senders/der Senderin
  • Appell- Aspekt: Etwas bewirken wollen

Konflikte in der zwischenmenschlichen Kommunikation treten oft dann auf, wenn zwei GesprächspartnerInnen auf verschiedenen Ebenen über (scheinbar) ein und dieselbe Sache sprechen.

Für die Person, die Feedback erhält, ist wichtig:

  • Argumentiere, rechtfertige und verteidige dich nicht.
  • Höre nur zu, frage nur nach, um Missverständnisse zu klären.
  • Denke stets daran: Es geht beim Feedback nicht darum, wer Recht hat, sondern nur um persönliche Wahrnehmungen und Mitteilungen.
  • Du entscheidest selbst, ob und was du an deinem Verhalten ändern willst.

Umgang mit Feedback

Am Ende einer jeden Selbstreflexion steht die Frage: „Was lerne ich daraus für meine Person und für mein Handeln?“

Eine Reflexion, auch die Selbstreflexion,  ist sinn- und nutzlos, wenn sich daraus keine Konsequenzen ergeben. Aber gerade dieser Punkt, ist häufig ein Problem. Es gilt nämlich, erkannte Schwächen, Fehler oder Fehlverhalten nicht zu übergehen („der spinnt doch“), andererseits aber auch nicht über zu bewerten („ich bin unfähig“) und den Mut zu verlieren. Man sollte in einer ruhigen Phase nach der Selbstreflexion bzw. der Feedbackrunde aussortieren. Dabei  können Notizen helfen. Wo sehen mich andere so, wie ich mich selbst sehe? Kann ich Fähigkeiten und Fertigkeiten ausbauen, die andere in mir sehen? Kann ich eventuell diese Kompetenzen öfter in die Gruppe einbringen? Wo unterscheiden sich Selbstbild und Fremdbild? Warum nehmen andere mich in dieser Form wahr? Kann ich Fehler vermeiden? Wo liegen die Quellen dieser Fehler? Wer kann mir helfen, meine Schwächen aus dem Weg zu räumen? Was kann ich tun, damit die anderen mich so wahrnehmen, wie ich tatsächlich bin?

Möglicherweise bekommst du nur positives Feedback und die Fremdwahrnehmung deckt sich mit der Selbsteinschätzung. Dann mach dir Gedanken, wie du diesen Zustand beibehalten kannst.

Egal wie das Feedback aussieht, tendieren wir dazu zwischen den Extremen „interessiert mich nicht“ und „meine Welt bricht zusammen“ zu schwanken. Wir sind im ersten Moment zu befangen, um das Feedback richtig aufnehmen zu können.

Urteile also nicht vorschnell über die Brauchbarkeit der Aussage. Lass die Worte sacken, schlaf einmal darüber und greife erst am nächsten Morgen jene Argumente wieder auf, die dich am meisten beschäftigen. Sie sind es dich dich weiterbringen!

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Alles Liebe, Konstanze
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