Ein Bild sagt mehr…

…als tausend Worte. Jedenfalls ist der erste Eindruck später nur sehr schwer wieder zu ändern. Wenn wir uns einmal ein Bild von jemandem gemacht haben, ändern wir unsere Meinung von dieser Person nur selten wieder. Hat man sich auf dem falschen Fuß kennen gelernt, gibt man der anderen Person selten eine zweite Chance. Aus biologischer Sicht begründet sich dieses Verhalten auf der Angst hintergangen oder ausgenutzt zu werden. Wir erkennen die Gesichter derer, die den Eigennutz über das gemeinsame Wohl stellen, leichter wieder als das Gesicht einer selbstlos handelnden Person. Diese Form des Erkennens von Betrügern, im evolutionären Kontext, nennen Soziobiologen ein „adaptives Problem“. So bezeichnet man wiederkehrende Situationen, die sich nur durch Anpassung an die Situation sozial möglichst erfolgreich lösen lassen. In Bezug auf dein Business handelt sich um das Erkennen deiner Arbeitsmotivation, deiner Teamfähigkeit oder Fähigkeit zur Zusammenarbeit.

In Wahrheit ist die Angst, nur aufgrund des Businessporträts und weniger wegen deiner beruflichen Fähigkeiten gebucht zu werden, durchaus berechtigt. Aus diesem Grund sind beispielsweise Fotos in Bewerbungen in manchen Ländern wie den USA bereits verboten oder zumindest verpönt. Denn eine Anstellung oder einen Auftrag aufgrund des Porträts einer Person zu vergeben ist höchst diskriminierend.

Nichtsdestotrotz ist ein gutes Porträt auf der Website oder Visitenkarte immer noch die Eintrittskarte zu einem Job oder neuen Kunden. Das Foto muss adrett, freundlich, sympathisch, klug, locker, professionell und noch vieles mehr in einem sein. All diese Eigenschaften beeinflussen den ersten Eindruck und der Betrachter soll diese Person schließlich unbedingt kennenlernen wollen. Deshalb holen wir alles nur Mögliche aus diesem einen Porträt heraus und den Rest erledigt Photoshop.

Nun gibt es hervorragende Fotografen, die es mit Etwas Zeit und intensiver Arbeit schaffen, alles unter einen Hut oder eben auf ein Foto zu bringen, was wir in unserem Foto verkörpern wollen. Verschiedene Posen, Bildausschnitte und Gesichtsausdrücke werden ausprobiert und vor allem lernt der/die Fotograf(in) den Kunden etwas näher kennen. Das perfekte Bild, das am Ende entstehen soll, entwickelt sich sozusagen mit der Zeit. Kunde und Fotograf lernen sich etwas kennen, die Situation wird lockerer und die Anspannung verschwindet langsam aus den Bildern.

Fotoshooting beim Fotografen
Fotoshooting beim Fotografen

Aber was passiert, wenn wir nicht die Zeit für all das haben? Viele Menschen stürmen in ein Fotostudio und verlangen ein professionell, aber entspannt wirkendes Porträt mit einem charmanten Lächeln auf den Lippen, für das sie nicht mehr als zehn Minuten Zeit haben. In den meisten Fällen werden die Menschen ein Foto bekommen, das zwar vielen Punkten auf der Checkliste für Businessfotos entspricht, ihrer Persönlichkeit wird es in den meisten Fällen aber nicht entsprechen.

Das entstandene Bild kann einerseits die gewünschten Eigenschaften erfüllen, die Person findet sich darauf aber unattraktiv. Manche finden ihre Zähne nicht schön genug oder die Augen zu klein, wenn sie richtig lächeln. Andererseits kann die Fotografie einer Person zwar schmeicheln, gleichzeitig aber oberflächlich, angespannt oder unnatürlich wirken. Letztere werden häufig als Bewerbungsfotos verwendet J

Die größte Schwierigkeit liegt darin, dass niemand wirklich weiß, was mit diesem Bild transportiert werden soll. Hat das perfekte, makellose Bild oberste Priorität?

Steht Makellosigkeit über Persönlichkeit? Professionalität über Sympathie?

Oft hilft das makellose Bild vielleicht einen Job zu bekommen. Aber nicht immer ist es von Vorteil, die Fassade zu wahren, um lieber langweilig, als sonderbar rüber zu kommen.

Es ist unheimlich schade die Facetten der Persönlichkeit, die sich während der Entstehung einer fotografischen Serien zeigen, Momente, wo die Kontrolle über das perfekte Auftreten vergessen waren, wegzuwerfen. Dies sind Bilder, die den Menschen wirklich zeigen, wie er oder sie ist; Eigenschaften, die weitaus sympathischer vielleicht aber nicht makellos sind. Und das bedeutet nicht, dass die Person unattraktiv ist.

Die Frage ist allerdings, ob wir an einem Modelwettbewerb teilnehmen oder uns beziehungsweise unser Business vorstellen wollen, in dem Persönlichkeit und Kompetenz weit über ein attraktives Äußeren hinaus von Bedeutung sind?

Viele Personalchefs würden sich solche Bilder insgeheim vermutlich wünschen. Tagtäglich lernen diese Menschen Bewerber kennen, die so gar nicht ihrem Bewerbungsbild entsprechen. Die mühsam aufgebaute Fassade von Kompetenz und Professionalität wird in dem Moment, in dem sie den Raum betreten, zerschlagen. Zu einem Gespräch ist der Bewerber zwar eingeladen worden, aber das evolutionär geschulte Auge hat ihn entlarvt und wird womöglich auf Basis dieses Betrugs keine Zusammenarbeit eingehen wollen. Und deinen potentiellen Kunden geht es genauso.

Eine gewisse Authentizität ist also mit Sicherheit der bessere Weg. Aber sind wir dafür schon bereit?

Bei dem Versuch, das perfekte Bild einer Person zu machen, stell ich oft fest, dass die Person viele wunderbare, natürliche Eigenschaften anzubieten hat – die in ihren Augen perfekte Facette wirkt dagegen gezwungen. Zeigt man der Person dann die ganze Bildserie, entdeckt man viele Unsicherheiten. Sich mit der Tatsache auseinander zu setzen, dass wir uns mögen sollten wie wir sind, ist für viele Menschen schwierig. Die Befürchtung, dass uns andere eventuell nicht mögen, finden wir schrecklich. Deshalb möchten wir möglichst makellose Fotos von uns zeigen.

Viele Facetten unserer Persönlichkeit kommen aber erst zum Vorschein, wenn wir uns nicht darum kümmern, wie wir gerade wirken. Und sind es nicht genau diese Eigenschaften, die uns sympathisch und vertrauenswürdig machen?

Eine gewisse Selbstreflexion, bevor wir unser Businessporträts erstellen, kann also nicht schaden.

Viele Menschen folgen nur einer Konvention und wollen für jemanden gehalten werden, der sie nicht sind. Wir haben eine Vorstellung, was andere denken und versuchen deren Kritik zu umgehen.

Doch so kommen wir nicht weit. Authentizität ist eine wichtige Zutat für ein glückliches und erfolgreiches Leben. Wer sich nicht selbst verleugnet, kann viele Missverständnisse schon im Vorfeld vermeiden. Die Erstellung deiner Businessfotos ist also eine gute Gelegenheit, dich zu fragen, was du eigentlich willst und was andere Menschen wirklich in dir sehen sollen. Denn manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte.

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